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Tipps & Problemlösung

PLA lackieren: der Lackaufbau für Präsentationsmodelle, Prototypen und Messeteile

Lesezeit

11

Minuten

Autor

Yousef El-Bahrawy

Zuletzt aktualisiert:
16.10.2026

Ein Präsentationsmodell wird nach Sekunden beurteilt: Sichtbare Schichtlinien unter glänzendem Lack wirken auf dem Messestand oder im Investorentermin schnell wie ein Bastelprojekt. Wer PLA lackieren will, braucht deshalb keinen besseren Lack, sondern einen durchdachten Lackaufbau aus Schleifen, Spachteln, Füller, Grundierung, Decklack und Klarlack. Dieser Beitrag zeigt Schritt für Schritt, wie ein professioneller Aufbau für Präsentationsmodelle, Prototypen und Messeteile aussieht, welche Werkstoffe sich wie verhalten und wo Lack an seine Grenzen kommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufbau statt Farbe: Ein sauberes Ergebnis entsteht in fünf Schichten: Schleifen und Spachteln, Füller, Grundierung, Decklack, Klarlack. Der größte Teil der Arbeitszeit steckt in der Vorbereitung.
  • Körnung in Stufen: Grob mit 120 bis 220 vorschleifen, mit 320 bis 600 nachschleifen, zwischen den Lackschichten nass mit feiner Körnung über 600.
  • PLA ist lackierbar, aber empfindlich: Wärme beim Trocknen und aggressive Lösemittel können die Oberfläche angreifen; ein Probestück klärt die Verträglichkeit.
  • Zweck bestimmt den Aufwand: Ein Funktionsprototyp braucht oft nur Grundierung und Decklack, ein Messeexponat den vollen Aufbau mit Klarlack.
  • Grenzen: Lack trägt auf und verändert Passungen; für stark beanspruchte Teile oder größere Stückzahlen ist durchgefärbtes Material oft die bessere Wahl.

PLA lackieren: Warum der Lackaufbau wichtiger ist als der Lack

Beim Lackieren von PLA entscheidet der Untergrund über das Ergebnis: Lack verstärkt jede Schichtlinie, jede Stützstruktur-Narbe und jeden Fingerabdruck, statt sie zu verdecken. Ein professioneller Lackaufbau gleicht deshalb zuerst die Oberfläche aus, schafft mit Füller und Grundierung eine geschlossene Basis und setzt erst dann Farbe und Schutzschicht darauf. Bei FDM-Teilen (Fused Deposition Modeling, Filament-Druck) mit typischen Schichthöhen im Zehntelmillimeter-Bereich ist das Ausgleichen der Rillen der aufwendigste Schritt.

In der Praxis begegnen uns drei Einsatzzwecke, für die Kunden ein gedrucktes Teil lackiert haben wollen. Präsentationsmodelle für Architektur, Immobilien und Produktdesign sollen ruhig und hochwertig wirken. Prototypen sollen dem späteren Serienteil in Farbe und Haptik möglichst nahekommen, damit Nutzertests und Fotos aussagekräftig sind. Messeteile müssen zusätzlich einige Tage Scheinwerferlicht, Anfassen und Transport überstehen.

Diese drei Zwecke führen zu unterschiedlichen Aufbauten. Ein Fotomuster braucht weniger Schichten als ein Exponat, das auf der Fachmesse tagelang angefasst wird. Den allgemeinen Überblick über alle Nachbearbeitungsmethoden finden Sie in unserem Beitrag zur 3D-Druck-Nachbearbeitung; hier geht es gezielt um den Lackaufbau im Detail.

Der Lackaufbau in fünf Schichten

Ein belastbarer Lackaufbau besteht aus fünf Ebenen, und jede hat eine eigene Aufgabe: Wer eine überspringt, sieht den Fehler spätestens im Streiflicht des Messestands.

Die Spachtelmasse füllt punktuell Fehlstellen, etwa Klebefugen, Unterextrusion oder Stützstruktur-Narben. Der Füller (oft als Filler-Primer oder Sprühfüller angeboten) enthält einen hohen Feststoffanteil, der sich in die Täler der Schichtlinien legt und nach dem Durchtrocknen plan geschliffen wird. Die Grundierung sorgt für gleichmäßige Haftung und einen einheitlichen Farbton, damit der Decklack überall gleich deckt. Der Decklack bringt die eigentliche Farbe, der Klarlack legt eine Schutzschicht darüber und bestimmt den Glanzgrad von matt bis hochglänzend.

Lackaufbau auf einem 3D-Druckteil im Querschnitt 5 Klarlack 4 Decklack 3 Grundierung 2 Füller, plan geschliffen Druckteil mit Schichtlinien Schutz und Glanzgrad: matt bis hochglänzend Farbe, z. B. nach RAL oder Ihrer CI Haftung und einheitlicher Farbton füllt die Täler der Schichtlinien 1 Spachtel (gelb): nur punktuell vorher geschliffen und entfettet Grundregel: mehrere dünne Schichten statt einer dicken; nach jeder Schicht prüfen und zwischenschleifen. Schichtdicken nicht maßstäblich dargestellt. braint3d.com

Abb. 1: Die fünf Ebenen eines professionellen Lackaufbaus auf einem FDM-Druckteil (Quelle: Braint3d)

Nicht jedes Teil braucht alle fünf Ebenen in voller Stärke. Ein SLA-Teil (Stereolithografie, Resin-Druck) mit Schichthöhen von 25 bis 50 Mikrometern kommt oft mit deutlich weniger Füller aus als ein FDM-Teil. Welches Verfahren für Ihre Sichtflächen sinnvoll ist, vergleichen wir ausführlich im Beitrag FDM oder SLA.

Schleifen, Spachteln, Füllern: so bereiten Sie PLA auf den Lack vor

Die Vorbereitung entscheidet beim 3D-Druck-Lackieren über den Großteil der Oberflächenqualität: Stützstrukturen sauber entfernen, in Stufen von grober zu feiner Körnung schleifen, Fehlstellen spachteln und Füller so oft auftragen und schleifen, bis keine Schichtlinie mehr sichtbar ist. Erst danach lohnt sich Farbe.

Stützstrukturen entfernen und reinigen

Stützstrukturen werden mit einem Seitenschneider abgeknipst statt abgerissen, damit die Oberfläche nicht ausreißt; Reste trägt ein Cutter oder eine Feile ab. Anschließend wird das Teil gereinigt und entfettet, denn Hautfett von den Fingern ist eine häufige Ursache für Lack, der sich später ablöst. Bei SLA-Teilen gehört dazu, dass das Teil vollständig gewaschen und nachgehärtet ist, bevor die erste Schicht Füller kommt; klebrige Harzreste verhindern eine saubere Haftung.

Schleifen in Körnungsstufen

Für FDM-Teile aus PLA hat sich in der Werkstatt eine Abfolge in drei Stufen bewährt. Mit Körnung 120 bis 220 werden die gröbsten Schichtlinien und Stützstellen eingeebnet, mit 320 bis 600 die Schleifspuren der ersten Stufe entfernt. Zwischen Füller- und Lackschichten wird nass mit Körnung über 600 geschliffen. Arbeiten Sie kreisend und mit wenig Druck, sonst schmiert PLA durch Reibungswärme.

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Schleifen Sie PLA ab etwa Körnung 400 nass. Das Wasser kühlt die Oberfläche, verhindert, dass sich der Werkstoff durch Reibungswärme zusetzt, und bindet den Schleifstaub. Den Schleifklotz regelmäßig ausspülen; ein zugesetztes Papier hinterlässt tiefere Kratzer als eine gröbere, saubere Körnung.

Spachteln und Füllern bis zur geschlossenen Fläche

Spachtelmasse wird nur dort eingesetzt, wo Füller nicht ausreicht: in Klebefugen bei mehrteiligen Modellen, an Löchern durch Unterextrusion oder an tiefen Stützstruktur-Narben. Der Füller wird danach in zwei bis drei dünnen Spritzgängen aus etwa 15 bis 25 cm Abstand aufgetragen und nach dem Durchtrocknen plan geschliffen. Der Zyklus aus Füllern und Schleifen wiederholt sich, bis die Fläche im Streiflicht geschlossen wirkt. Wie viel Glättung schon vor dem Lack möglich ist und welche Methoden es neben dem Füller gibt, beschreibt unser Beitrag 3D-Druck glätten.

Vom Rohdruck zum lackierten Modell in 6 Schritten 1 Stützen ab, entfetten 2 Schleifen 120 bis 600 3 Spachteln, punktuell 4 Füller und Zwischenschliff 5 Grundierung und Decklack 6 Klarlack, durchhärten Schritte 3 und 4 wiederholen, bis die Fläche schließt Der größte Zeitanteil liegt in den Schritten 2 bis 4, nicht im eigentlichen Lackieren. braint3d.com

Abb. 2: Die Arbeitsschritte beim Lackieren von 3D-Druckteilen mit der typischen Schleife aus Spachteln und Füllern (Quelle: Braint3d)

„Die meisten Lackfehler, die wir bei mitgebrachten Modellen sehen, entstehen vor der ersten Farbschicht. Wer eine halbe Stunde länger füllert und schleift, spart sich am Ende das komplette Abschleifen und Neulackieren.“

– El-Bahrawy Yousef, Gründer Braint3d

Grundierung, Decklack, Klarlack: welches Lacksystem zu welchem Einsatz passt

Für das Lackieren von PLA und anderen Druckwerkstoffen kommen im Wesentlichen drei Lacksysteme infrage: wasserbasierte Acryllacke, lösemittelhaltige Einkomponentenlacke (1K) und Zweikomponentenlacke (2K) mit Härter. Sie unterscheiden sich vor allem in Beständigkeit, Geruch, Verträglichkeit mit dem Kunststoff und Arbeitsschutzaufwand. Welches System passt, hängt davon ab, wie stark das Teil später beansprucht wird.

Wichtig ist, dass Grundierung, Decklack und Klarlack zueinander passen. Ein lösemittelstarker Klarlack über einem wasserbasierten Decklack kann die darunterliegende Schicht anlösen und Runzeln bilden. In der Praxis bleibt man deshalb innerhalb eines Systems eines Herstellers oder testet die Kombination an einem Probestück, bevor das eigentliche Modell lackiert wird.

LacksystemStärkenZu beachtenTypischer Einsatz
Acryllack, wasserbasiertgeruchsarm, PLA-schonend, einfache Reinigungweniger kratz- und chemikalienbeständigPräsentationsmodelle, Architekturmodelle, Fotomuster
1K-Lack, lösemittelhaltigschnell trocknend, große Farbauswahl als SprayLösemittel können PLA anlösen; Probestück nötigPrototypen, Designmodelle
2K-Lack mit Härterhohe Kratz- und ChemikalienbeständigkeitHärter oft gesundheitsschädlich; nur mit Kabine und AtemschutzMesseteile, häufig angefasste Exponate

Farbton und Glanzgrad festlegen

Bei Messeteilen und Prototypen ist meist ein bestimmter Farbton gefordert, etwa ein RAL-Ton oder die Hausfarbe aus Ihrer CI. Legen Sie Farbton und Glanzgrad (matt, seidenmatt oder glänzend) vor dem Projekt fest, denn ein Hochglanzlack zeigt jede verbliebene Unebenheit deutlich stärker als ein matter Lack. Für Architekturmodelle ist ein mattes Weiß oder Grau üblich, weil es Licht und Schatten der Baukörper ruhig darstellt.

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Lackieren Sie bei CI-Farben immer zuerst ein kleines Musterplättchen aus demselben Material mit demselben Aufbau und prüfen Sie es bei Tageslicht und unter Kunstlicht. Derselbe Farbton wirkt auf heller und auf grauer Grundierung unterschiedlich; die Grundierfarbe sollte daher zur Zielfarbe passen.

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PLA, PETG, ASA oder SLA-Harz: wie sich der Werkstoff lackieren lässt

Nicht jeder Druckwerkstoff lässt sich gleich gut lackieren: PLA, ASA, ABS und vollständig ausgehärtete SLA-Harze nehmen Grundierung und Lack in der Regel gut an, PETG und Nylon sind wegen ihrer glatten, chemisch beständigen Oberfläche deutlich anspruchsvoller. Für Teile, die ohnehin lackiert werden, lohnt es sich daher, den Werkstoff schon bei der Konstruktion auf die Lackierung abzustimmen.

PLA ist der häufigste Werkstoff für Präsentationsmodelle, weil es sich formstabil und detailgenau drucken lässt. Seine Schwachstelle beim Lackieren ist die geringe Wärmebeständigkeit: Beschleunigtes Trocknen im warmen Ofen oder ein Messeteil direkt unter einem heißen Strahler kann das Bauteil verformen, lange bevor der Lack Schaden nimmt. Welche Temperaturen einzelne Werkstoffe aushalten, zeigt unser Vergleich hitzebeständiger Filamente.

WerkstoffLackierbarkeitWorauf Sie achten sollten
PLAgut mit Grundierungwärmeempfindlich; Lösemittel vorher am Probestück testen
ASA / ABSgutwärmebeständiger als PLA; ASA für Teile mit UV-Belastung
PETGeingeschränktglatte Oberfläche; gründlich anschleifen und Haftgrund verwenden
SLA-Harzgutvollständig waschen und nachhärten; weniger Füller nötig

Für ein Messeteil, das mehrere Tage unter Scheinwerfern steht oder im Sommer im Transporter gelagert wird, ist ASA meist die robustere Basis als PLA. Für sehr feine Details, etwa Fassadenstrukturen im Architekturmodell oder Gravuren auf einem Produktmuster, punktet SLA, weil die glattere Ausgangsfläche weniger Füller braucht und feine Kanten erhalten bleiben. Jede zusätzliche Füllerschicht rundet Kanten ein Stück weit ab.

Präsentationsmodell, Prototyp, Messeteil: welcher Aufbau für welchen Zweck

Der richtige Lackaufbau richtet sich nach dem Einsatzzweck: Ein Präsentationsmodell braucht eine ruhige, matte und makellose Oberfläche, ein Funktionsprototyp vor allem die richtige Farbe bei vertretbarem Aufwand, ein Messeteil zusätzlich eine belastbare Schutzschicht. Wer den Zweck vor dem Druck festlegt, spart Schleifarbeit und vermeidet einen Lackaufbau, der teurer ist als nötig.

Präsentationsmodelle für Architektur und Immobilien

Architektur- und Wettbewerbsmodelle werden häufig als Weißmodell oder in wenigen gedeckten Farben gezeigt. Entscheidend ist hier eine gleichmäßige, matte Oberfläche ohne sichtbare Schichtlinien, besonders auf großen Dachflächen und Fassaden. Bei unseren Architekturmodellen aus dem 3D-Drucker fertigen wir als Weiß- oder Farbmodell und auf Wunsch mit Nachbearbeitung, abgestimmt auf den Maßstab.

Prototypen und Designmuster

Ein Prototyp für Nutzertests oder Investorentermine soll aussehen wie das spätere Produkt. Hier zählen Farbton und Haptik mehr als absolute Perfektion; ein Aufbau aus Füller, Grundierung und Decklack reicht oft aus. Wenn das Muster mehrere Iterationen durchläuft, lohnt sich der volle Aufbau erst für die finale Version. Wie wir Prototypen von der Idee bis zum Designmuster begleiten, lesen Sie auf unserer Seite zum Prototypen-3D-Druck.

Messeteile und Exponate

Ein Messeexponat wird über mehrere Tage angefasst, fotografiert, transportiert und unter Kunstlicht aus nächster Nähe betrachtet. Hier gehört ein Klarlack über den Decklack, bei stark beanspruchten Teilen ein 2K-System. Planen Sie bei Messeteilen genug Zeit ein: Viele Lacke sind nach Stunden grifffest, brauchen bis zur vollen Durchhärtung aber bis zu einer Woche, je nach System und Herstellerangabe.

Welcher Lackaufbau für welchen Einsatzzweck? Funktionsprototyp Präsentationsmodell Messeteil Schleifen grob Grundierung Decklack Füller optional Klarlack optional Ziel: Farbe und Haptik Schleifen in Stufen Spachtel und Füller Grundierung Decklack matt Klarlack nach Bedarf Ziel: makellose Fläche Voller Vorbereitungsaufbau Grundierung Decklack in CI-Farbe Klarlack, ggf. 2K Durchhärtung einplanen Ziel: belastbare Oberfläche geringer Aufwand hoher Aufwand braint3d.com

Abb. 3: Lackaufbau nach Einsatzzweck; blau = notwendig, grau = optional (Quelle: Braint3d)

Wo das Lackieren an Grenzen stößt: Lack trägt auf und verändert Maße; bei Passungen, Schnappverbindungen und Gewinden müssen Sie diese Flächen abkleben oder im CAD Spiel vorsehen. Bei Teilen mit hohem Abrieb, etwa Griffen oder Gleitflächen, nutzt sich jede Lackschicht mit der Zeit ab; hier ist durchgefärbtes Material die ehrlichere Lösung. Und wenn Sie dasselbe Teil in größerer Stückzahl brauchen, steigt der Aufwand für Handlackierung mit jedem Stück: Ab einer gewissen Menge ist ein eingefärbter Werkstoff im 3D-Druck oder in der Serienfertigung wirtschaftlicher als jedes einzelne Teil zu schleifen und zu lackieren. Wir sagen Ihnen das im Erstgespräch ehrlich.

„Bei Messeteilen fragen wir zuerst nicht nach der Farbe, sondern nach dem Messetermin. Ein Lack, der am Vortag noch nicht durchgehärtet ist, bekommt beim Aufbau garantiert die ersten Abdrücke.“

– Rajaei Hajiagha Arya, Gründer Braint3d

Arbeitsschutz und typische Fehler beim 3D-Druck-Lackieren

Beim Lackieren von 3D-Druckteilen entstehen die meisten Probleme durch zu dicke Schichten, zu kurze Trocknungszeiten und unverträgliche Lacke; die größten Gesundheitsrisiken gehen von Lösemitteldämpfen und Schleifstaub aus. Beides lässt sich mit einfachen Regeln gut beherrschen.

Arbeitsschutz: Lackieren Sie nur in gut belüfteten Räumen oder einer Absaugkabine und tragen Sie einen zertifizierten Atemschutz mit passendem Filter sowie Nitrilhandschuhe. Lösemittelhaltige Lacke und Sprühnebel sind gesundheitsschädlich und leicht entzündlich; halten Sie Zündquellen fern. 2K-Lacke mit Isocyanat-Härtern gehören ausschließlich in eine geeignete Lackierkabine. Beachten Sie immer das Sicherheitsdatenblatt des jeweiligen Produkts.

Die häufigsten Fehler im Lackaufbau

Ein typisches Fehlerbild sind Läufer und Tropfnasen: Sie entstehen, wenn eine Schicht zu dick gespritzt wird, statt zwei bis vier dünne Gänge mit Ablüftzeit dazwischen aufzubauen. Ebenso häufig sind Runzeln oder Blasen, wenn ein Lack mit starken Lösemitteln über eine nicht durchgetrocknete oder unverträgliche Schicht kommt. Und schließlich zeichnen sich Schichtlinien durch den Lack ab, wenn der Füller zu früh beendet wurde; im Streiflicht einer Taschenlampe sehen Sie solche Stellen schon vor dem Decklack.

Planen Sie zwischen den Spritzgängen die vom Hersteller angegebene Ablüftzeit ein, bei vielen Spraylacken etwa 15 bis 30 Minuten. Fixieren Sie das Teil vor dem Lackieren auf einem Halter, zum Beispiel einem Holzstab in einer unauffälligen Bohrung, damit Sie es drehen können, ohne die frische Oberfläche zu berühren. Die Teile anschließend staubgeschützt bei Raumtemperatur trocknen lassen, nicht auf der Heizung und nicht im warmen Ofen.

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Sehen Sie bei Modellen, die lackiert werden sollen, schon im CAD eine unauffällige Bohrung für den Lackierhalter vor, etwa an der späteren Standfläche. Das spart nachträgliches Bohren und vermeidet Griffspuren auf Sichtflächen.

PLA lackieren oder Oberflächenaufbau einplanen lassen: was sich lohnt

Ob Sie ein PLA-Teil selbst lackieren oder die Oberfläche im Projekt mit einplanen lassen, hängt vor allem von Stückzahl, Qualitätsanspruch und Termin ab. Ein einzelnes Fotomuster lässt sich mit etwas Übung gut selbst lackieren; für Messeexponate, Modellreihen oder Teile mit festem Abgabetermin lohnt es sich, Verfahren, Material und Oberfläche von Anfang an gemeinsam zu planen.

Der größte Hebel liegt dabei vor dem Druck. Die Wahl von SLA statt FDM, eine günstige Ausrichtung im Bauraum mit Stützstrukturen auf der Rückseite und eine passende Schichthöhe sparen oft mehr Schleifarbeit als jede Technik danach. In unserer Wiener Werkstatt besprechen wir deshalb bei Präsentationsmodellen zuerst, welche Flächen später im Blickfeld liegen, und richten Druck und Nachbearbeitung danach aus. Nachbearbeitung bieten wir auf Wunsch an; welche Schritte bis zur fertigen Oberfläche wir in Ihrem Projekt übernehmen, klären wir im Erstgespräch.

ERSTGESPRÄCH INKLUSIVE DATEICHECK

Modellreihe oder Messeexponat mit festem Termin? Wir planen Druck und Oberfläche gemeinsam mit Ihnen.

Wir prüfen Ihre Datei, empfehlen Ausrichtung, Verfahren und Material für lackierfähige Sichtflächen und sagen Ihnen ehrlich, welcher Aufbau sich lohnt. Fertigung in Wien, Versand in ganz Österreich und nach Deutschland.

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Häufige Fragen zum Lackieren von PLA und 3D-Drucken

Kann man PLA ohne Grundierung lackieren?

Technisch ja, das Ergebnis überzeugt aber selten. Ohne Grundierung haftet der Lack schlechter, wirkt fleckig und betont die Schichtlinien sogar. Für Präsentationsmodelle, Prototypen und Messeteile sollten Sie das Teil mindestens anschleifen, füllern und grundieren, bevor der Decklack kommt. Nur bei reinen Funktionsteilen ohne Sichtanspruch kann ein einfacher Farbauftrag reichen.

Welcher Lack eignet sich für PLA?

Für PLA eignen sich wasserbasierte Acryllacke besonders gut, weil sie den Kunststoff nicht anlösen. Lösemittelhaltige Spraylacke funktionieren meist ebenfalls über einer passenden Grundierung, sollten aber vorher an einem Probestück getestet werden. Für stark beanspruchte Messeteile bieten 2K-Lacke die höchste Beständigkeit, erfordern jedoch eine Lackierkabine und Atemschutz.

Wie lange muss lackiertes PLA trocknen?

Zwischen den Spritzgängen reichen bei vielen Spraylacken etwa 15 bis 30 Minuten Ablüftzeit. Grifffest sind die meisten Lacke nach einigen Stunden, vollständig durchgehärtet je nach System erst nach mehreren Tagen bis zu einer Woche. Trocknen Sie PLA bei Raumtemperatur und nicht im warmen Ofen, da sich das Bauteil sonst verformen kann.

Kann man SLA-Drucke genauso lackieren wie PLA?

Grundsätzlich ja, der Aufbau ist derselbe. SLA-Teile müssen vor dem Lackieren jedoch vollständig gewaschen und nachgehärtet sein, sonst stören Harzreste die Haftung. Dank der feineren Schichten brauchen SLA-Teile meist deutlich weniger Füller und Schleifarbeit, und feine Kanten und Details bleiben unter dem Lack besser erhalten.

Verändert der Lack die Maße meines Bauteils?

Ja, jeder Lackaufbau trägt auf, vor allem Füller und mehrere Decklackschichten. Bei Passungen, Bohrungen, Gewinden und Schnappverbindungen sollten Sie diese Flächen vor dem Lackieren abkleben oder im CAD zusätzliches Spiel vorsehen. Prüfen Sie kritische Maße nach dem Lackieren, bevor Sie das Teil in eine Baugruppe einsetzen.

Fazit: Wer PLA lackieren will, gewinnt in der Vorbereitung

Ein überzeugendes Präsentationsmodell, ein realistischer Prototyp oder ein belastbares Messeteil entsteht nicht durch den teuersten Lack, sondern durch einen konsequenten Aufbau: Schleifen in Stufen, Spachteln und Füllern bis zur geschlossenen Fläche, eine passende Grundierung, dünne Decklackschichten und ein Klarlack, wo das Teil beansprucht wird. Wer PLA lackieren will, sollte außerdem die Wärmeempfindlichkeit des Werkstoffs und die Verträglichkeit der Lacke im Blick behalten. Der größte Hebel liegt jedoch vor dem Druck: Verfahren, Material und Ausrichtung bestimmen, wie viel Arbeit die Oberfläche später macht.

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Rajaei Hajiagha Arya & El-Bahrawy Yousef

Gründer, Braint3d OG

Rajaei Hajiagha Arya und El-Bahrawy Yousef sind die Gründer der Braint3d OG in Wien. Ihr Team begleitet Industriekunden, Entwickler und Privatkunden von der Idee bis zum fertigen Bauteil: 3D-Scan, CAD-Konstruktion, FDM- und SLA-Druck von 1 bis 5.000 Stück sowie Reparatur und Wartung von 3D-Druckern, unter anderem in Partnerschaft mit der Stadt Wien im Bildungsbereich. Jede Anfrage startet mit einem kostenlosen Erstgespräch inklusive Dateicheck.

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