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Materialien

PETG UV-beständig? Welche Materialien draußen wirklich halten

Lesezeit

11

Minuten

Autor

Yousef El-Bahrawy

Zuletzt aktualisiert:
16.10.2026

Ist PETG UV-beständig? Teilweise: PETG hält Sonne und Regen deutlich besser aus als PLA, ist aber nicht dauerhaft UV-stabil. Wer ein Bauteil über mehrere Sommer im Freien einsetzen will, ist mit ASA meist besser beraten. Dieser Beitrag zeigt, was draußen wirklich auf ein 3D-Druckteil wirkt, welche Materialien UV und Witterung aushalten, wie Sie ein Außenteil konstruktiv langlebiger machen und wo der 3D-Druck im Außeneinsatz an Grenzen stößt.

Das Wichtigste in Kürze

  • PETG: UV-beständiger als PLA, für geschützte oder halbschattige Außenteile oft ausreichend, bei jahrelanger direkter Sonne aber nicht die erste Wahl.
  • ASA: Das Standardfilament für dauerhaften Außeneinsatz; es wurde als witterungsbeständige Alternative zu ABS entwickelt und bleibt in Farbe und Zähigkeit stabiler.
  • PLA: Draußen ungeeignet, weil UV-Strahlung, Feuchte und Wärme zusammenwirken; das Teil wird spröde oder verformt sich.
  • Mehr als UV: Feuchte, Frost, Hitze in der Sonne und Temperaturwechsel entscheiden mit; Wandstärke, Farbe und Schutzlack verlängern die Lebensdauer.
  • Grenzen: SLA-Standardharze gehören nicht dauerhaft nach draußen, und sicherheitsrelevante Außenteile unter Dauerlast brauchen eine Prüfung; dann sind ASA mit Probeteil oder ein Spritzgussteil die bessere Lösung.

Ist PETG UV-beständig? Die ehrliche Antwort

PETG ist bedingt UV-beständig: Es übersteht Sonne und Regen erheblich besser als PLA, altert unter dauerhafter UV-Strahlung aber trotzdem, vor allem in hellen und transparenten Farben. Für Teile im Schatten, unter einem Vordach oder mit begrenzter Einsatzdauer reicht PETG häufig aus; für jahrelange Südlage ist ASA die sicherere Wahl. Diese Einordnung deckt sich mit dem, was wir in unserer Werkstatt bei Außenteilen sehen.

Der Grund liegt in der Chemie. PETG (Polyethylenterephthalat mit Glykol-Modifikation) ist ein Polyester, dessen Molekülketten von UV-Licht langsam angegriffen werden; dieser Vorgang heißt Photooxidation und zeigt sich zuerst an der Oberfläche als Vergilben, Trübung oder matter Schleier. Manche Hersteller setzen ihrem PETG UV-Stabilisatoren zu, andere nicht, und auf der Spule sieht man den Unterschied nicht. Für Sie heißt das: „PETG“ ist keine einheitliche Außenqualität, sondern eine Materialfamilie mit großer Bandbreite.

Wo PETG draußen gut funktioniert

PETG punktet draußen vor allem durch seine geringe Wasseraufnahme und seine Zähigkeit: Es bricht nicht so schnell wie PLA, wenn ein Teil Stöße oder Vibrationen abbekommt. Typische Einsatzfälle sind Kabelhalter unter dem Carport, Abdeckungen für Gartenbewässerung, Gehäuse in einem Technikschrank im Freien oder Ersatzteile für Gartenmöbel, die überwiegend im Schatten stehen. Wenn Sie den Vergleich der beiden Alltagsfilamente genauer interessiert, finden Sie ihn in unserem Ratgeber PETG oder PLA; hier geht es gezielt um den Außeneinsatz.

Wann PETG an seine Grenze kommt

Kritisch wird es bei direkter Dauersonne kombiniert mit Wärme. Dunkle PETG-Teile heizen sich in der Sonne deutlich stärker auf als die Umgebungsluft, und PETG verliert schon bei moderaten Temperaturen an Steifigkeit, wenn auch später als PLA. Eine Halterung an einer schwarzen Fassade oder ein Teil hinter der Windschutzscheibe ist deshalb ein Grenzfall. Helle und klare PETG-Varianten zeigen UV-Alterung zudem früher sichtbar als dunkle, durchgefärbte Teile.

Was draußen auf ein 3D-Druckteil wirkt: mehr als nur Sonne

Ein Außenteil wird gleichzeitig von fünf Faktoren beansprucht: UV-Strahlung, Feuchtigkeit, Hitze in der Sonne, Frost und ständige Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht, zwischen Sommer und Winter. Ein Material, das nur einen dieser Faktoren gut verträgt, kann trotzdem nach einem Jahr versagen. Wer nach „3D-Druck UV-beständig“ sucht, sollte deshalb immer das ganze Paket betrachten und nicht nur das UV-Etikett auf der Spule.

Was draußen auf ein 3D-Druckteil wirkt Ihr Außenteil UV-Strahlung Greift Polymerketten an Vergilben, Kreiden, Verspröden Feuchte Wasser in Schichtfugen PLA: Hydrolyse Nylon: quillt auf Hitze in der Sonne Dunkle Flächen heizen stark auf, PLA wird früh weich Frost Eingedrungenes Wasser gefriert und dehnt sich in Fugen aus Temperaturwechsel Tag und Nacht, Sommer und Winter: Spannungen im Teil Erst alle fünf Faktoren zusammen entscheiden, ob ein Material draußen hält. braint3d.com

Abb. 1: Die fünf Belastungen eines Außenteils im Überblick (Quelle: Braint3d)

UV-Strahlung: der langsame Abbau an der Oberfläche

UV-Licht spaltet Bindungen in den Polymerketten, und zwar zuerst in den obersten Bruchteilen eines Millimeters. Sichtbar wird das als Vergilben, als Ausbleichen kräftiger Farben oder als Kreiden, also ein weißlicher, abfärbender Belag. Mechanisch gefährlicher ist die unsichtbare Folge: Die Oberfläche wird spröde, feine Risse entstehen, und von dort aus kann ein Teil unter Last brechen. Im Labor wird dieses Verhalten mit beschleunigten Bewitterungsprüfungen nach Normen wie ISO 4892 oder ASTM G154 untersucht; für Filamente veröffentlichen aber nur wenige Hersteller solche Ergebnisse.

Feuchte und Frost: das Problem der Schichtfugen

Ein FDM-Teil (Fused Deposition Modeling, also Filament-Druck) besteht aus vielen verschmolzenen Schichten, und zwischen diesen Schichten können feine Kapillaren bleiben. Regenwasser zieht dort ein, besonders bei dünnen Wänden und offener Füllstruktur. Im Winter gefriert dieses Wasser und dehnt sich aus, was die Schichthaftung Jahr für Jahr schwächen kann. Für Außenteile gilt deshalb: geschlossene Wände, wenig Hohlräume und eine Form, von der Wasser ablaufen kann.

Hitze und Temperaturwechsel

Ein Bauteil in praller Sonne erreicht Oberflächentemperaturen, die deutlich über der Lufttemperatur liegen, bei dunklen Farben stärker als bei hellen. PLA wird bereits um 60 °C weich, je nach Hersteller etwas darunter oder darüber, und verformt sich dann unter dem eigenen Gewicht oder einer Schraubenvorspannung. Dazu kommt der tägliche Wechsel zwischen warmer Mittagssonne und kühler Nacht, der Spannungen in Teile mit unterschiedlichen Wandstärken bringt. Welche Filamente welche Temperatur aushalten, haben wir im Beitrag zu hitzebeständigen Filamenten zusammengestellt.

UV-beständige Filamente im Vergleich: PETG, ASA, PLA und Co.

Für den dauerhaften Außeneinsatz ist ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylat) unter den gängigen Filamenten die stabilste Wahl, PETG liegt im Mittelfeld, PLA und ABS eignen sich ohne Schutz nicht. Diese Reihenfolge gilt für die Materialklassen; einzelne Hersteller bieten UV-stabilisierte Sondertypen an, die abweichen können. Die folgende Tabelle ordnet sieben Materialgruppen qualitativ ein, ohne Kennwerte, weil diese je nach Hersteller und Farbe stark schwanken.

MaterialUV-BeständigkeitFeuchteWärme in der SonneTypischer Außeneinsatz
ASAHoch, farb- und formstabilGut, nimmt wenig Wasser aufGutDauerhaft im Freien: Halterungen, Gehäuse, Fahrzeug- und Fassadenteile
PETGMittel, je nach Hersteller und FarbeGutMittel, dunkle Teile kritischGeschützte oder halbschattige Teile, begrenzte Einsatzdauer
PC (Polycarbonat)Nur als UV-stabilisierte Type gutGutHochTechnische Teile mit Wärmebelastung, nach Typprüfung
TPU (flexibel)Je nach Typ, oft nicht stabilisiertGutMittelDichtungen, Puffer, Schutzkappen nach Test
ABSGering, vergilbt und versprödetGutGutNur kurzfristig oder lackiert
PLAGering, wird sprödeSchwach, Hydrolyse möglichGering, früh weichNicht empfohlen
SLA-StandardharzGering, vergilbt und versprödetJe nach HarzJe nach HarzNicht für Dauereinsatz im Freien
UV-Beständigkeit nach Materialklasse gering mittel hoch PLA ABS SLA-Standardharz PETG ASA vergilbt, versprödet vergilbt, versprödet vergilbt, versprödet altert langsamer, je nach Hersteller für Außeneinsatz entwickelt, farbstabil Qualitative Einordnung; UV-stabilisierte Sondertypen einzelner Hersteller können abweichen. braint3d.com

Abb. 2: Qualitative UV-Einordnung der gängigen Druckmaterialien (Quelle: Braint3d)

ASA: das Filament für Sonne und Wetter

ASA ist chemisch eng mit ABS verwandt, ersetzt aber den UV-empfindlichen Butadien-Kautschuk durch einen Acrylat-Kautschuk; genau dieser Tausch macht den Werkstoff witterungsbeständig. Aus diesem Grund wird ASA seit Jahren auch außerhalb des 3D-Drucks für Außenanwendungen eingesetzt, etwa für Fahrzeug-Außenteile oder Gehäuse im Freien. Im Druck verhält es sich ähnlich wie ABS: Es braucht einen beheizten, möglichst geschlossenen Bauraum, damit große Teile nicht verziehen. Den direkten Vergleich der beiden Werkstoffe lesen Sie in unserem Beitrag ASA vs. ABS.

PC, TPU und Nylon: nur mit dem richtigen Typ

Polycarbonat, TPU und Nylon können draußen funktionieren, aber nur, wenn der konkrete Materialtyp dafür ausgelegt ist. Unstabilisiertes PC vergilbt unter UV-Licht, Nylon nimmt Feuchtigkeit auf und verändert damit Steifigkeit und Maße, und viele Standard-TPU sind nicht für Dauersonne stabilisiert. Für diese drei Gruppen gilt deshalb: Datenblatt des Herstellers prüfen, ob UV-Stabilisierung ausdrücklich genannt ist, und im Zweifel ein Probeteil eine Saison lang testen. Das ist kein Mehraufwand, sondern die übliche Absicherung, bevor eine Serie anläuft.

„Wir fragen bei jedem Außenteil zuerst: Wo genau sitzt es, in welcher Farbe, und was passiert, wenn es versagt? Ein Gartenschild darf nach ein paar Jahren verblassen, eine Halterung am Fahrradträger darf nicht brechen. Aus diesen drei Antworten ergibt sich das Material fast von selbst.“

– El-Bahrawy Yousef, Gründer Braint3d

Ist PLA UV-beständig? Warum PLA-Teile draußen versagen

PLA ist nicht UV-beständig und für den Außeneinsatz grundsätzlich ungeeignet: UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Sonnenwärme setzen dem Polyester gleichzeitig zu, sodass Teile schon nach einer Saison verblassen, spröde werden oder sich verformen. Das ist die häufigste Ausgangslage, mit der Außenteil-Anfragen bei uns beginnen. Ein Halter, ein Clip oder eine Abdeckung aus PLA funktioniert drinnen jahrelang, draußen oft nur einen Sommer.

Drei Mechanismen wirken dabei zusammen. Erstens greift UV-Licht die Esterbindungen an, die Oberfläche wird spröde. Zweitens kann Wasser PLA durch Hydrolyse langsam abbauen, also durch die Spaltung der Ketten mit Wasser, besonders bei Wärme. Drittens wird PLA schon bei Temperaturen weich, die eine dunkle Oberfläche in der Mittagssonne leicht erreicht. Einzelne Hersteller bieten spezielle PLA-Formulierungen an, die als witterungsbeständig beworben werden; diese sind eine Ausnahme und kein Grund, Standard-PLA nach draußen zu stellen.

Ihr PLA-Teil ist draußen kaputtgegangen: so geht es weiter

Wenn ein gedrucktes Teil im Garten, am Balkon oder am Fahrzeug versagt hat, ist die Lösung meist kein neues Design, sondern das passende Material. Wir drucken das Teil in ASA oder einem anderen geeigneten Filament nach; liegt keine CAD-Datei vor, rekonstruieren wir die Geometrie aus dem Bruchstück per 3D-Scan und CAD-Modellierung. Wie das bei nicht mehr lieferbaren Bauteilen abläuft, sehen Sie auf unserer Seite zu Ersatzteilen aus dem 3D-Drucker. So hält auch der Pflanzenhalter auf einem Wiener Balkon in Südlage.

Kostenloser Dateicheck

PLA-Teil draußen versagt? Wir fertigen es im passenden Material neu.

Schicken Sie uns die Datei oder ein Foto des defekten Teils. Wir empfehlen das geeignete Außenmaterial und prüfen die Machbarkeit: kostenloses Erstgespräch inklusive Dateicheck, Fertigung in Wien, Versand nach ganz Österreich und Deutschland.

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3D-Druck UV-beständig machen: Konstruktion, Farbe und Schutzlack

Die Lebensdauer eines Außenteils hängt nicht nur vom Material ab, sondern zu einem großen Teil von Wandstärke, Farbe, Druckausrichtung und Oberflächenschutz. Ein gut konstruiertes PETG-Teil mit dicken Wänden und hellem Schutzlack hält im Halbschatten oft länger als ein dünnwandiges Teil aus besserem Material. Diese vier Stellschrauben kosten wenig und sollten bei jedem Außenteil mitgeplant werden.

Wandstärke und Füllung

UV-Alterung beginnt an der Oberfläche; je mehr intaktes Material darunter liegt, desto länger trägt das Teil. Wir planen Außenteile deshalb mit mehr Außenwänden (Perimetern) und dichterer Füllung als vergleichbare Innenteile. Gleichzeitig verringern geschlossene, dicke Wände die Kapillaren, über die Wasser eindringt. Bei Teilen unter Last sollten Sie die Druckausrichtung so wählen, dass die Hauptkraft nicht quer zu den Schichtfugen wirkt, denn genau dort setzen Frost und Alterung zuerst an.

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Planen Sie bei Außenteilen drei bis vier statt zwei Außenwände ein und vermeiden Sie waagrechte Mulden, in denen Regenwasser stehen bleibt. Eine kleine Ablaufbohrung oder eine leicht geneigte Oberseite verhindert, dass Wasser im Winter im Teil gefriert.

Farbe: hell gegen Hitze, dunkel gegen UV

Bei der Farbwahl gibt es einen echten Zielkonflikt. Schwarz eingefärbte Kunststoffe gelten als UV-robuster, weil Ruß als Pigment das UV-Licht schon an der Oberfläche absorbiert und tiefere Schichten schützt; dafür heizen sie in der Sonne am stärksten auf. Helle Farben bleiben kühler, zeigen Vergilben aber früher, und transparente Teile lassen UV-Strahlung ins Innere. Für Teile mit Wärmerisiko, etwa an einer Südfassade, wählen wir deshalb eher hell und ASA; für schattige Teile mit UV-Streulicht ist ein dunkles PETG oft ein guter Kompromiss.

Schutzlack und Grundierung

Ein UV-beständiger Klarlack oder eine Lackierung mit Grundierung bildet eine Opferschicht, die das UV-Licht abfängt, bevor es den Kunststoff erreicht. So lässt sich die Lebensdauer von PETG und selbst ABS draußen verlängern; aus PLA wird dadurch aber kein Außenmaterial, weil Wärme und Feuchte weiter wirken. Wichtig ist der Untergrund: Das Teil muss sauber und fettfrei sein, Schichtfugen sollten geschliffen oder gefüllt werden. Ein Lack ist außerdem keine Einmalmaßnahme: Kontrollieren Sie die Schicht regelmäßig und bessern Sie Abplatzer aus, bevor UV-Licht darunter wirkt.

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Testen Sie lösemittelhaltige Sprühlacke und Grundierungen zuerst an einer unsichtbaren Stelle oder an einem Probestück. Manche Lösemittel greifen PETG und PLA an und hinterlassen eine klebrige oder rissige Oberfläche, die man erst nach dem Trocknen bemerkt.

MaßnahmeWas sie bringtWo sie nicht hilft
Mehr AußenwändeMehr tragendes Material unter der gealterten Oberfläche, weniger WassereintrittErsetzt kein UV-taugliches Material bei Dauersonne
Helle FarbeWeniger Aufheizen in der SonneVergilben wird früher sichtbar
Dunkle, durchgefärbte FarbeSchützt tiefere Schichten vor UVStärkere Erwärmung, kritisch bei PETG und PLA
UV-SchutzlackOpferschicht gegen UV, glattere OberflächeMuss nachgepflegt werden; löst kein Wärmeproblem
Wasserablauf konstruierenKein stehendes Wasser, weniger FrostschädenHilft nicht gegen UV

SLA-Harze im Außeneinsatz: eine ehrliche Einordnung

Teile aus dem SLA-Verfahren (Stereolithografie, also Resin-Druck mit Licht ausgehärtetem Flüssigharz) sind für den dauerhaften Außeneinsatz in der Regel nicht geeignet, weil ausgehärtete Standardharze unter UV-Strahlung weiter reagieren, vergilben und spröde werden. Ihre Stärke liegt bei Detailauflösung und glatten Oberflächen, nicht bei Witterungsbeständigkeit. Für Außenteile empfehlen wir deshalb fast immer ein FDM-Material.

Es gibt Sonderharze, die von ihren Herstellern als witterungs- oder UV-beständiger beschrieben werden; ob sie für Ihr Bauteil reichen, lässt sich nur mit dem konkreten Datenblatt und einem Test klären. Für kurze Einsatzdauern, etwa ein Ausstellungsmodell auf einer Terrasse über einen Sommer, kann ein lackiertes SLA-Teil funktionieren. Welche Harze es gibt und wofür sie sich eignen, fasst unser Überblick zu SLA-Harzen zusammen.

Wo das Verfahren an Grenzen stößt: Für sicherheitsrelevante Außenteile unter Dauerlast, etwa tragende Halterungen über Gehwegen oder Teile an Fahrzeugen mit Zulassungspflicht, ist ein gedrucktes Teil ohne Prüfung keine verantwortbare Lösung. Auch bei Stückzahlen über 5.000 Stück oder wenn eine sehr lange, dokumentierte Lebensdauer gefordert ist, sind ein UV-stabilisiertes Spritzgussteil oder ein Metallteil die bessere Wahl. Für SLA-Standardharze im Dauereinsatz draußen gilt dasselbe: Hier drucken wir lieber in ASA. Wir sagen Ihnen das im Erstgespräch ehrlich.

Welches Material für welches Außenteil? Die Entscheidung in drei Fragen

Für die Materialwahl bei Außenteilen reichen in den meisten Fällen drei Fragen: Steht das Teil dauerhaft in direkter Sonne, muss es flexibel sein, und wie lange soll es halten? Daraus ergibt sich, ob PETG genügt, ob ASA nötig ist oder ob ein flexibles Material mit Test infrage kommt. Die folgende Grafik fasst diese Logik zusammen, die wir auch im Dateicheck anwenden.

Welches Material für Ihr Außenteil? Steht das Teil dauerhaft in direkter Sonne? Nein Ja PETG reicht meist aus Schatten, Vordach, Carport, begrenzte Einsatzdauer Muss das Teil flexibel sein? Ja Nein TPU nach Test UV-Stabilisierung im Datenblatt prüfen ASA erste Wahl für Sonne, Regen und Frost Achtung: PLA und SLA-Standardharz nur für kurzfristigen Einsatz draußen, auch mit Schutzlack. braint3d.com

Abb. 3: Entscheidungslogik für das passende Material im Außeneinsatz (Quelle: Braint3d)

Einzelteil, Prototyp oder Kleinserie

Die Materialfrage stellt sich beim Einzelstück genauso wie bei einer Serie, nur die Absicherung unterscheidet sich. Beim Einzelteil reicht oft eine fundierte Materialempfehlung; bei einer Serie für Kunden lohnt sich ein Probeteil, das eine Saison unter echten Bedingungen verbringt, bevor alle Teile gefertigt werden. Für Abdeckungen, Gehäuse oder Halterungen in Stückzahlen bis 5.000 Stück fertigen wir in unserer Kleinserienfertigung ohne Werkzeugkosten, typischerweise in ASA.

„Die meisten Außenteile, die bei uns als Problemfall ankommen, waren sauber konstruiert und nur im falschen Material gedruckt. Ein PLA-Halter, der nach dem ersten Sommer bricht, wird in ASA mit etwas dickeren Wänden zu einem ganz normalen, langlebigen Bauteil.“

– Rajaei Hajiagha Arya, Gründer Braint3d

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Notieren Sie bei der Anfrage, wo das Teil montiert wird (Himmelsrichtung, Schatten oder Sonne, Kontakt mit Wasser) und welche Farbe es haben soll. Diese drei Angaben sind für die Materialwahl wichtiger als jede Zahl im Datenblatt.

Material- und Verfahrensberatung

Außenteile in Serie? Wir beraten zum Material und fertigen 1 bis 5.000 Stück.

Ob Gehäuse, Halterung oder Abdeckung: Wir prüfen Ihre Konstruktion auf Außentauglichkeit, empfehlen Material, Wandstärke und Farbe und fertigen Prototyp oder Kleinserie. Erstgespräch und Dateicheck sind kostenlos.

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Häufige Fragen zu UV-beständigen 3D-Druck-Materialien

Ist PLA UV-beständig?

Nein. Standard-PLA ist nicht UV-beständig und für den dauerhaften Außeneinsatz ungeeignet. UV-Strahlung macht die Oberfläche spröde, Feuchtigkeit kann das Material durch Hydrolyse abbauen, und in der Sonne wird PLA früh weich. Einzelne Hersteller bieten speziell formulierte PLA-Typen an; für Außenteile empfehlen wir dennoch ASA oder PETG.

Ist ASA wirklich UV-beständig?

Ja, ASA gilt unter den gängigen Filamenten als das UV-beständigste. Es ersetzt den UV-empfindlichen Butadien-Anteil von ABS durch einen Acrylat-Kautschuk und bleibt dadurch im Freien farb- und formstabiler. Wie lange ein Teil hält, hängt trotzdem von Hersteller, Farbe, Wandstärke und Belastung ab.

Wie lange hält ein PETG-Teil draußen?

Eine pauschale Zahl gibt es nicht, weil Hersteller, Farbe, Wandstärke und Standort stark variieren. Im Schatten oder unter einem Vordach halten PETG-Teile deutlich länger als in direkter Südsonne. Prüfen Sie ein PETG-Außenteil nach dem ersten Sommer auf Vergilben und Risse; bei Dauersonne ist ASA die sicherere Wahl.

Macht ein Schutzlack ein 3D-Druckteil wetterfest?

Ein UV-beständiger Klarlack verlängert die Lebensdauer von PETG- und ABS-Teilen, weil er UV-Strahlung abfängt und Schichtfugen schließt. Er ersetzt aber kein geeignetes Material: Wärme und Feuchte wirken weiter, und der Lack muss nachgepflegt werden. Aus PLA wird durch Lackieren kein dauerhaftes Außenteil.

Welche Farbe ist für Außenteile am besten?

Das hängt vom Hauptrisiko ab. Schwarze, durchgefärbte Teile schützen tiefere Schichten besser vor UV-Strahlung, heizen sich in der Sonne aber stark auf. Helle Farben bleiben kühler, zeigen Vergilben jedoch früher. Für sonnige, warme Standorte empfehlen wir helles ASA, für schattige Teile oft dunkles PETG.

Fazit: PETG ist bedingt UV-beständig, für Dauersonne ist ASA die bessere Wahl

PETG ist UV-beständiger als PLA und für geschützte Außenteile im Schatten oder unter einem Vordach oft ausreichend, aber nicht für jahrelange direkte Sonne gemacht. Für dauerhaft bewitterte Bauteile ist ASA unter den gängigen Filamenten die stabilste Wahl, PLA und SLA-Standardharze gehören nicht dauerhaft nach draußen. Ebenso wichtig wie das Material sind Wandstärke, Farbe, Wasserablauf und gegebenenfalls ein UV-Schutzlack. Wenn Ihr Teil draußen bereits versagt hat, fertigen wir es als Ersatzteil im passenden Material neu, bei Bedarf mit 3D-Scan und CAD-Rekonstruktion.

Senden Sie uns Ihre Datei oder Ihre Idee über das Kontaktformular: Erstgespräch und Dateicheck sind kostenlos. Wir fertigen in Wien und liefern in ganz Österreich und nach Deutschland. Telefonisch erreichen Sie uns unter +43 670 6590066.

Rajaei Hajiagha Arya & El-Bahrawy Yousef

Gründer, Braint3d OG

Rajaei Hajiagha Arya und El-Bahrawy Yousef sind die Gründer der Braint3d OG in Wien. Ihr Team begleitet Industriekunden, Entwickler und Privatkunden von der Idee bis zum fertigen Bauteil: 3D-Scan, CAD-Konstruktion, FDM- und SLA-Druck von 1 bis 5.000 Stück sowie Reparatur und Wartung von 3D-Druckern, unter anderem in Partnerschaft mit der Stadt Wien im Bildungsbereich. Jede Anfrage startet mit einem kostenlosen Erstgespräch inklusive Dateicheck.

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