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Verfahren

Additive Fertigung: Verfahren, Materialien und Einsatzgebiete im Überblick

Lesezeit

11

Minuten

Autor

Yousef El-Bahrawy

Zuletzt aktualisiert:
31.8.2026

Additive Fertigung baut Bauteile Schicht für Schicht aus einem digitalen 3D-Modell auf, statt sie wie beim Fräsen oder Drehen aus dem Vollen herauszuarbeiten. Der Begriff umfasst dabei weit mehr als das, was viele „3D-Druck" nennen: sieben genormte Verfahrensfamilien, vom Kunststofffilament bis zum Metallpulver. Dieser Beitrag zeigt, was additive Fertigung genau bedeutet, welche Verfahren und Materialien dahinterstehen, wo sie in der Industrie eingesetzt wird und an welchen Stellen die Technologie ehrlicherweise an ihre Grenzen stößt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Additive Fertigung ist der schichtweise Aufbau eines Bauteils aus CAD-Daten; der Begriff ist der fachliche Oberbegriff für 3D-Druck und generative Fertigung.
  • Verfahren: Die Norm ISO/ASTM 52900 teilt die additive Fertigung in sieben Kategorien; in der Kunststoffpraxis dominieren Materialextrusion (FDM) und Photopolymerisation (SLA).
  • Materialien: Je nach Verfahren lassen sich Polymere, Metalle, Keramik und Biomaterialien verarbeiten.
  • Einsatz: Prototypen, Kleinserien von 1 bis 5.000 Stück, nicht mehr lieferbare Ersatzteile sowie Werkzeug- und Gussmodelle.
  • Kosten: Es fallen keine Werkzeugkosten an; die Stückkosten hängen vor allem von Volumen, Material und Nachbearbeitung ab.
  • Grenzen: Bei fünfstelligen Serien, zertifizierungspflichtigen Sicherheitsbauteilen und Metall-Großserien bleibt die klassische Fertigung die wirtschaftlichere Wahl.

Was ist additive Fertigung? Definition und Abgrenzung zu 3D-Druck

Additive Fertigung bezeichnet alle Verfahren, die ein Bauteil schichtweise aus einem digitalen 3D-Modell aufbauen, indem Material gezielt hinzugefügt statt abgetragen wird. Die internationale Norm ISO/ASTM 52900 fasst diese Verfahren unter dem englischen Begriff Additive Manufacturing (AM) zusammen und definiert sieben Prozesskategorien. Umgangssprachlich heißt das Ganze 3D-Druck, fachlich ist dieser Begriff aber enger gefasst.

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Fertigung liegt in der Richtung des Materialflusses. Bei subtraktiven Verfahren wie Fräsen, Drehen oder Bohren wird aus einem Rohling so lange Material entfernt, bis die gewünschte Geometrie übrig bleibt. Additive Verfahren gehen umgekehrt vor: Sie tragen Material nur dort auf, wo es gebraucht wird. Daraus ergibt sich die große Stärke der Technologie, nämlich Geometrien mit Hohlräumen, inneren Kanälen oder organischen Strukturen zu fertigen, die sich zerspanend gar nicht oder nur mit hohem Aufwand herstellen lassen.

Additive Fertigung, generative Fertigung oder 3D-Druck?

Die drei Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet, meinen aber nicht exakt dasselbe. „Additive Fertigung" ist der normgerechte Oberbegriff, „generative Fertigung" eine ältere, im deutschsprachigen Raum verbreitete Bezeichnung, und „3D-Druck" der populäre Sammelbegriff für die meisten dieser Verfahren. Für die Praxis genügt es zu wissen: Wer additive Fertigung sagt, meint die gesamte Familie schichtweiser Verfahren; wer ein konkretes Angebot braucht, sollte das gewünschte Verfahren oder zumindest die Anforderung an das Bauteil benennen.

Welche Vorteile bietet die additive Fertigung?

Der größte Vorteil der additiven Fertigung ist die Geometriefreiheit: Weil das Bauteil Schicht für Schicht entsteht, lassen sich Hohlräume, innenliegende Kanäle, Gitterstrukturen und organische Formen fertigen, die zerspanend gar nicht oder nur mit hohem Aufwand herstellbar wären. Dazu kommen der Wegfall der Werkzeugkosten und eine spürbar kürzere Zeit von der Idee bis zum ersten physischen Teil.

In der Praxis zahlen vor allem vier Punkte auf den Nutzen ein. Erstens die Designfreiheit, die mehrere Funktionen in einem einzigen Bauteil zusammenfasst, statt sie aus vielen Einzelteilen zu montieren. Zweitens der Leichtbau, weil Material nur dort sitzt, wo tatsächlich Last anliegt. Drittens die Individualisierung, da jedes Teil ohne Mehrkosten anders ausfallen darf, was etwa bei kundenspezifischen Vorrichtungen oder Ersatzteilen zählt. Und viertens die Geschwindigkeit in frühen Projektphasen, in denen sich Varianten ohne Werkzeug durchtesten lassen. Diese Vorteile gelten nicht pauschal für jedes Bauteil, sie entfalten sich dort, wo Komplexität, kleine Stückzahl oder Zeitdruck zusammenkommen.

Wie funktioniert additive Fertigung? Vom CAD-Modell zum Bauteil

Jedes additiv gefertigte Bauteil durchläuft dieselbe Kette aus fünf Schritten: Ein digitales 3D-Modell entsteht oder wird eingescannt, die Datei wird für den Drucker aufbereitet, das Teil wird Schicht für Schicht gedruckt, anschließend nachbearbeitet und geprüft. Ob FDM oder SLA, dieser Ablauf bleibt im Kern gleich; unterschiedlich ist nur, wie die einzelne Schicht physikalisch entsteht.

Am Anfang steht immer ein maßhaltiges 3D-Modell. Es kommt entweder aus einer CAD-Konstruktion oder, wenn nur ein physisches Muster vorliegt, aus einem 3D-Scan mit anschließender Rekonstruktion. Danach wird das Modell in einer Software in einzelne Schichten zerlegt, dieser Schritt heißt Slicing. Hier legen Sie Schichtdicke, Fülldichte, Ausrichtung und Stützstrukturen fest, also genau die Parameter, die später über Stabilität, Oberfläche und Druckzeit entscheiden. Erst dann läuft der eigentliche Druck, gefolgt von der Nachbearbeitung und einer abschließenden Maßprüfung.

Ein oft unterschätzter Hebel ist die Ausrichtung des Bauteils im Bauraum. Sie bestimmt, in welche Richtung die Schichten verlaufen, und beeinflusst damit Festigkeit, Oberflächenqualität und den Bedarf an Stützstrukturen. Ein Teil, das in einer Richtung stabil ist, kann quer zur Schichtrichtung deutlich empfindlicher reagieren. Genau hier zahlt sich Erfahrung aus: Die richtige Ausrichtung spart Material, Druckzeit und Nachbearbeitung, ohne dass sich an der Geometrie des Bauteils etwas ändert.

Die Prozesskette der additiven Fertigung Fünf Schritte vom digitalen Modell zum geprüften Bauteil 1 CAD-Modell oder 3D-Scan 2 Datenaufbereitung (Slicing) 3 Schichtweiser Druck 4 Nachbearbeitung 5 Qualitäts- prüfung braint3d.com

Abb. 1: Die fünf Schritte von der Datei zum fertigen Bauteil (Quelle: Braint3d)

„Die meisten Projekte scheitern nicht am Verfahren, sondern an der Datei. Deshalb steht bei uns vor jedem Angebot der kostenlose Dateicheck: Das erspart beiden Seiten Zeit und teure Überraschungen."

– El-Bahrawy Yousef, Gründer Braint3d

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Exportieren Sie Ihr Modell als STEP-Datei, wenn konstruktiv noch Anpassungen möglich sein sollen. Am STL-Format lässt sich nachträglich kaum noch sinnvoll konstruieren, weil es nur die Oberfläche als Dreiecksnetz beschreibt und die Konstruktionslogik verloren geht.

Die sieben Verfahrenskategorien nach ISO/ASTM 52900

Die additive Fertigung gliedert sich nach ISO/ASTM 52900 in sieben Verfahrenskategorien, die sich vor allem darin unterscheiden, wie das Material aufgetragen und verfestigt wird: durch Aufschmelzen, durch eine lichtinduzierte Reaktion oder mithilfe eines Bindemittels. In der industriellen Kunststoffpraxis dominieren zwei dieser Kategorien, die Materialextrusion und die badbasierte Photopolymerisation. Genau diese beiden Verfahren fertigt Braint3d im Haus.

Die folgende Übersicht ordnet die sieben Kategorien mit ihren gängigsten Verfahren ein. Für die meisten Anfragen aus Entwicklung, Werkstatt und Einkauf sind die ersten drei Kategorien relevant; die übrigen vier sind eher speziellen Metall- oder Großanwendungen vorbehalten.

Sieben Verfahrenskategorien nach ISO/ASTM 52900 Blau markiert: die beiden Verfahren, die Braint3d im Haus fertigt 1 Materialextrusion im Haus bei Braint3d FDM / FFF: geschmolzenes Filament, robuste und größere Teile 2 Photopolymerisation im Haus bei Braint3d SLA / DLP / MSLA: Aushärtung von Harz, feine Details 3 Pulverbettverfahren SLS (Kunststoff), SLM / DMLS (Metall): Laser verschmilzt Pulver 4 Material Jetting PolyJet: Tropfen aus Photopolymer, sehr glatte Oberflächen 5 Binder Jetting Bindemittel verklebt Pulver, etwa Sandformen und Grünlinge 6 Gerichtete Energie- einbringung (DED) Laserauftragschweißen, Reparatur und Aufbau von Metallteilen 7 Schichtlaminierung LOM: verklebte oder verschweißte Materiallagen, große Teile braint3d.com

Abb. 2: Die sieben genormten Verfahrenskategorien im Überblick (Quelle: Braint3d)

Materialextrusion und Photopolymerisation: die beiden Arbeitspferde

Die ersten beiden Kategorien decken den größten Teil der Kunststoffbauteile ab. Bei der Materialextrusion, im 3D-Druck als FDM (Fused Deposition Modeling) bekannt, wird ein geschmolzener Kunststofffaden über eine Düse abgelegt und Schicht für Schicht verschweißt. Das Verfahren ist robust, wirtschaftlich und für größere Bauteile geeignet. Die badbasierte Photopolymerisation, meist SLA (Stereolithografie), härtet flüssiges Harz mit Licht aus und erreicht sehr feine Details und glatte Oberflächen. In unserer Wiener Werkstatt fertigen wir beide Verfahren für Stückzahlen von 1 bis 5.000.

Pulverbettverfahren und die übrigen Kategorien

Die Pulverbettverfahren verschmelzen mit einem Laser oder einer anderen Energiequelle feines Pulver. Beim SLS (Selektives Lasersintern) ist dieses Pulver ein Kunststoff, etwa Polyamid, beim SLM oder DMLS ein Metall. Diese Verfahren erlauben belastbare Funktionsteile ohne Stützstrukturen, verlangen aber teure Anlagen und eine aufwendige Prozessführung samt Pulverhandling. Deshalb sind sie eher in spezialisierten Fertigungen und industriellen Partnernetzwerken zu Hause als in der breiten Kunststoffpraxis.

Die übrigen vier Kategorien sind noch spezieller. Material Jetting erreicht über feine Photopolymer-Tropfen sehr glatte Oberflächen und ermöglicht Mehrmaterialdruck, Binder Jetting verklebt Pulver zu Sandformen oder metallischen Grünlingen, die gerichtete Energieeinbringung baut Metall gezielt auf und eignet sich auch für Reparaturen, und die Schichtlaminierung fügt ganze Materiallagen zu großen Bauteilen. Für den Löwenanteil der Anfragen aus Entwicklung und Werkstatt sind diese Verfahren nicht die erste Wahl; sie zu kennen hilft aber, das eigene Bauteil richtig einzuordnen.

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FDM und SLA im praktischen Vergleich

FDM und SLA sind die beiden Verfahren, mit denen sich die meisten Kunststoffbauteile wirtschaftlich fertigen lassen: FDM für robuste, größere und funktionale Teile, SLA für feine Details, glatte Oberflächen und Präzisionsmodelle. Welches Verfahren passt, entscheidet nicht das Datenblatt, sondern das Bauteil und seine Anforderungen an Belastbarkeit, Optik und Größe.

Ein grober Merksatz aus der Praxis: Sobald ein Teil mechanisch belastet wird oder größer ausfällt, spielt FDM seine Stärken aus. Sobald es auf saubere Kanten, feine Strukturen oder eine glatte Sichtfläche ankommt, ist SLA meist die bessere Wahl. Bei den FDM-Materialien lohnt sich außerdem ein Blick auf die Werkstoffwahl, die wir im Beitrag zu PETG oder PLA im Detail vergleichen. Für den anspruchsvollen SLA-Einsatz im Werkzeugbau zeigt der Artikel zum SLA 3D-Druck für den Formenbau, was mit gedruckten Formeinsätzen möglich ist.

KriteriumFDM (Filament)SLA (Harz)
Detailauflösunggut, sichtbare Schichtensehr fein, glatte Flächen
Oberflächengütefunktional, oft Nachbearbeitung nötigglatt direkt aus dem Druck
Belastbarkeitrobust, gut für Funktionsteileje nach Harz, oft spröder
Bauteilgrößeauch größere Teileeher klein bis mittel
Typische AnwendungGehäuse, Vorrichtungen, FunktionsmusterPräzisionsmodelle, Sichtteile, Feinguss
FDM oder SLA: Stärken auf einen Blick FDM (Filament) Robuste, belastbare Bauteile Auch größere Teile möglich Wirtschaftlich bei Funktionsteilen Sichtbare Schichtlinien SLA (Harz) Sehr feine Details Glatte Oberflächen ab Druck Ideal für Präzisions- und Sichtteile Eher kleine bis mittlere Teile braint3d.com

Abb. 3: FDM und SLA im direkten Vergleich (Quelle: Braint3d)

Welche Materialien kommen zum Einsatz?

In der additiven Fertigung lassen sich vier große Werkstoffgruppen verarbeiten: Polymere, Metalle, Keramik und Biomaterialien. Welche davon infrage kommt, hängt unmittelbar vom Verfahren ab, denn ein Filamentdrucker verarbeitet andere Werkstoffe als eine Metall-Pulverbettanlage. Für die typische Kunststofffertigung sind vor allem die Polymere entscheidend.

Bei den FDM-Filamenten sind PLA, PETG, ABS und ASA die gebräuchlichsten Werkstoffe, dazu flexible Materialien wie TPU und verstärkte Varianten mit Fasern. PLA ist einfach zu drucken und liefert saubere Oberflächen, PETG hält mehr aus, wenn ein Bauteil funktional wird. Für den SLA-Druck kommen unterschiedliche Harze zum Einsatz, von zäheren technischen Harzen bis zu Spezialharzen für den Feinguss. Bei den Pulverbettverfahren dominieren Polyamide wie PA12 im Kunststoffbereich, während im Metallbereich Stahl, Aluminium und Titan verarbeitet werden. Welches SLS-Pulver wofür taugt, ordnet unser Beitrag zu den SLS-Materialien ein.

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Lassen Sie sich nicht allein von Datenblattwerten leiten. Ein Werkstoff verhält sich im gedruckten Bauteil je nach Ausrichtung, Fülldichte und Nachbearbeitung anders als der Vollmaterial-Kennwert vermuten lässt. Ein kleiner Probedruck des kritischen Bereichs kostet wenig und beantwortet die Frage nach der Eignung zuverlässiger als jede Tabelle.

Einsatz in der Industrie: Anwendungsfelder

In der Industrie spielt die additive Fertigung ihre Stärken überall dort aus, wo es auf Geschwindigkeit, Geometriefreiheit oder kleine Stückzahlen ankommt: bei Prototypen, Kleinserien, nicht mehr lieferbaren Ersatzteilen sowie im Werkzeug- und Gussmodellbau. Die klassische Fertigung wird dadurch nicht ersetzt, sondern genau dort ergänzt, wo Werkzeugkosten und Lieferzeiten sonst den Ausschlag geben würden.

Konkret finden sich additiv gefertigte Teile heute im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobil- und Zulieferindustrie, in der Medizin- und Dentaltechnik, in der Luft- und Raumfahrt sowie im Konsumgüter- und Modellbau. So unterschiedlich diese Branchen sind, das Muster ist dasselbe: Gefragt sind einbaufertige Sonderteile, schnelle Funktionsmuster oder Ersatzteile, deren klassische Fertigung zu teuer oder zu langsam wäre. Braint3d bedient diesen Bedarf mit FDM und SLA vor allem für Industriekunden, Entwickler und Privatkunden im deutschsprachigen Raum.

Prototypen und Produktentwicklung

Der Prototypenbau ist das klassische Einsatzfeld: Ein Funktionsmuster ist in Tagen statt Wochen verfügbar, und Konstruktionsänderungen fließen ohne neue Werkzeugkosten in die nächste Iteration ein. Das verkürzt die Entwicklungszeit spürbar, weil sich Passungen, Ergonomie und Funktion am realen Bauteil prüfen lassen. Wie ein solches Projekt abläuft, beschreibt unsere Leistung rund um das Prototyping.

Kleinserien ohne Werkzeugkosten

Zwischen dem Einzelstück und der Großserie mit eigenem Werkzeug klafft eine wirtschaftliche Lücke, die die additive Fertigung schließt. Serien von 1 bis 5.000 Stück lassen sich ohne Investition in ein Spritzgusswerkzeug fertigen, etwa als Brückenproduktion, bis das Serienwerkzeug steht. Details dazu stehen bei der Kleinserienfertigung.

Ersatzteile und Obsoleszenz

Wenn ein Ersatzteil nicht mehr lieferbar ist, beginnt das Projekt nicht am Drucker, sondern am 3D-Scan des Altteils. Aus den Scandaten entsteht ein CAD-Modell, aus dem sich das Teil nachfertigen lässt, oft in besserer Qualität als das Original. Diesen Weg von der Digitalisierung bis zum fertigen Teil deckt unsere Leistung für Ersatzteile aus dem 3D-Drucker ab.

„Kunden fragen oft nach dem besten Verfahren. Die ehrlichere Frage ist, welches Verfahren zum Bauteil passt. Ein robustes Gehäuse drucken wir in FDM, ein filigranes Sichtteil in SLA, und wenn beides nicht passt, sagen wir das auch."

– Rajaei Hajiagha Arya, Gründer Braint3d

Werkzeug- und Gussmodellbau

Auch in der Fertigung selbst hilft die additive Fertigung, etwa bei Vorrichtungen, Montagehilfen und Gussmodellen. Gedruckte Positivmodelle ersetzen im Formenbau zunehmend Holz und Aluminium, weil sie schneller und geometrisch flexibler entstehen. Diese Anwendungsfelder bedienen mehrere Branchen zugleich, vom Maschinenbau über den Werkzeugbau bis zu Gießereien und der Produktentwicklung. Entscheidend ist dabei selten die Branche, sondern die Frage, ob Stückzahl, Geometrie und Zeitrahmen zum Verfahren passen.

Projekt konkret? Machbarkeit prüfen

Vom Prototyp bis zur Kleinserie: Wir prüfen Ihr Bauteil

Ob Funktionsmuster, Kleinserie oder nachgefertigtes Ersatzteil: Schicken Sie uns Ihre Daten, und wir prüfen im kostenlosen Erstgespräch inklusive Dateicheck, welches Verfahren wirtschaftlich passt. Fertigung in Wien, Versand in ganz Österreich und nach Deutschland.

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Wann lohnt sich additive Fertigung? Kosten- und Stückzahllogik

Ob sich additive Fertigung rechnet, entscheidet vor allem die Stückzahl: Weil kein Werkzeug gebaut werden muss, ist der 3D-Druck bei Einzelstücken und kleinen Serien von 1 bis 5.000 Stück oft die wirtschaftlichere Wahl. Steigen die Stückzahlen in den fünfstelligen Bereich, holt der klassische Spritzguss durch sehr niedrige Stückkosten wieder auf, weil sich die einmaligen Werkzeugkosten dann auf viele Teile verteilen.

Konkrete Preise lassen sich seriös nicht pauschal nennen, weil die Kosten von mehreren Faktoren abhängen: vom Bauteilvolumen, vom gewählten Material, vom Verfahren, vom Aufwand der Nachbearbeitung und von der Stückzahl. Ein kompaktes, druckoptimiertes Teil aus Standardmaterial ist günstig; ein großvolumiges Bauteil mit vielen Stützstrukturen und aufwendiger Nachbearbeitung ist es nicht. Welche Nachbearbeitungsschritte überhaupt sinnvoll sind, zeigt unser Überblick zur 3D-Druck-Nachbearbeitung. Für eine belastbare Einschätzung Ihres konkreten Bauteils ist der kostenlose Dateicheck der schnellste Weg.

Stückzahl entscheidet über die Wirtschaftlichkeit Additive Fertigung wirtschaftlich Serienwerkzeug prüfen 1 Stück ca. 5.000 Stück fünfstellig Richtwert, abhängig von Geometrie, Material und Anforderung braint3d.com

Abb. 4: Ab wann sich ein Serienwerkzeug lohnt, ist ein Richtwert (Quelle: Braint3d)

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Rechnen Sie bei der Kostenfrage nicht nur die reinen Druckkosten. Bei einer echten Kleinserie zählen auch der Wegfall der Werkzeugkosten, die kürzere Lieferzeit und die Möglichkeit, das Design bis zuletzt anzupassen. Diese Punkte verschieben den wirtschaftlichen Vergleich oft deutlich zugunsten der additiven Fertigung.

Grenzen der additiven Fertigung

Additive Fertigung ist kein Ersatz für jede klassische Fertigung, sondern eine Ergänzung mit klaren Grenzen. Bei sehr hohen Stückzahlen, bei dauerhaft hohen thermischen oder mechanischen Belastungen und bei zertifizierungspflichtigen Sicherheitsbauteilen führt am klassischen Werkzeug- und Serienprozess oft kein Weg vorbei. Wer das früh weiß, spart sich Umwege und Enttäuschungen.

Auch verfahrensseitig gibt es Grenzen. Sichtbare Schichtlinien, anisotropes Verhalten, also unterschiedliche Festigkeit je nach Belastungsrichtung, und der Aufwand für Stützstrukturen und Nachbearbeitung sind reale Themen, keine Randnotizen. Für einfache Drehteile in hoher Stückzahl bleibt die Zerspanung wirtschaftlicher, und für Metall-Großserien ist die additive Fertigung selten die erste Wahl.

Wo das Verfahren an Grenzen stößt: Bei Stückzahlen im fünfstelligen Bereich, bei zertifizierungspflichtigen Sicherheitsbauteilen und bei Metall-Serienteilen bleibt die klassische Fertigung meist die bessere Wahl. Braint3d fertigt FDM und SLA im Haus für 1 bis 5.000 Stück. Wenn Ihr Projekt darüber hinausgeht oder ein anderes Verfahren braucht, sagen wir Ihnen das im Erstgespräch ehrlich und ordnen die Alternativen ein.


Häufige Fragen zur additiven Fertigung

Was ist der Unterschied zwischen additiver Fertigung und 3D-Druck?

Additive Fertigung ist der normgerechte Oberbegriff für alle Verfahren, die Bauteile schichtweise aus digitalen Daten aufbauen. „3D-Druck" ist der populäre Sammelbegriff, der meist dasselbe meint, fachlich aber nicht jede Verfahrenskategorie exakt abdeckt. Für die Praxis können Sie beide Begriffe synonym verwenden.

Welche Verfahren der additiven Fertigung gibt es?

Die Norm ISO/ASTM 52900 unterscheidet sieben Kategorien: Materialextrusion, Photopolymerisation, Pulverbettverfahren, Material Jetting, Binder Jetting, gerichtete Energieeinbringung und Schichtlaminierung. In der Kunststoffpraxis dominieren die Materialextrusion (FDM) und die Photopolymerisation (SLA).

In welchen Branchen wird additive Fertigung eingesetzt?

Typische Felder sind Maschinenbau, Werkzeug- und Formenbau, Produktentwicklung, Gießereien sowie die Ersatzteilversorgung. Überall dort, wo kleine Stückzahlen, kurze Lieferzeiten oder komplexe Geometrien gefragt sind, ergänzt die additive Fertigung die klassischen Verfahren sinnvoll.

Ab welcher Stückzahl lohnt sich additive Fertigung?

Als Richtwert ist die additive Fertigung von Einzelstücken bis etwa 5.000 Teilen wirtschaftlich, weil keine Werkzeugkosten anfallen. Steigen die Stückzahlen deutlich darüber, wird der klassische Spritzguss durch niedrigere Stückkosten meist günstiger. Die genaue Grenze hängt von Geometrie und Material ab.

Welche Materialien lassen sich additiv verarbeiten?

Je nach Verfahren Polymere, Metalle, Keramik und Biomaterialien. Im Kunststoffbereich sind FDM-Filamente wie PLA, PETG und ABS sowie SLA-Harze am verbreitetsten. Metalle und Polyamidpulver kommen in den Pulverbettverfahren zum Einsatz. Welches Material passt, richtet sich nach Belastung, Temperatur und Optik des Bauteils.

Fazit: Additive Fertigung ist eine Ergänzung mit klarem Einsatzbereich

Additive Fertigung ist kein Alleskönner, aber ein starkes Werkzeug für Prototypen, Kleinserien von 1 bis 5.000 Stück, Ersatzteile und Modelle, überall dort, wo Werkzeugkosten und Lieferzeiten sonst bremsen. Von den sieben genormten Verfahren sind für die meisten Anfragen FDM und SLA entscheidend; welches passt, hängt vom Bauteil ab. Ehrlich bleibt: Bei sehr hohen Stückzahlen und zertifizierungspflichtigen Teilen ist die klassische Fertigung überlegen. Eine erste Orientierung zu allen Leistungen finden Sie in unserer Leistungsübersicht.

Senden Sie uns Ihre Datei oder Ihre Idee über das Kontaktformular: Erstgespräch und Dateicheck sind kostenlos. Wir fertigen in Wien und liefern in ganz Österreich und nach Deutschland.

Rajaei Hajiagha Arya & El-Bahrawy Yousef

Gründer, Braint3d OG

Rajaei Hajiagha Arya und El-Bahrawy Yousef sind die Gründer der Braint3d OG in Wien. Ihr Team begleitet Industriekunden, Entwickler und Privatkunden von der Idee bis zum fertigen Bauteil: 3D-Scan, CAD-Konstruktion, FDM- und SLA-Druck von 1 bis 5.000 Stück sowie Reparatur und Wartung von 3D-Druckern, unter anderem in Partnerschaft mit der Stadt Wien im Bildungsbereich. Jede Anfrage startet mit einem kostenlosen Erstgespräch inklusive Dateicheck.

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