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Materialien

ABS im 3D-Druck: wofür sich der Werkstoff lohnt und wann nicht

Lesezeit

11

Minuten

Autor

Yousef El-Bahrawy

Zuletzt aktualisiert:
31.8.2026

ABS ist der Klassiker unter den technischen Filamenten: zäh, wärmebeständiger als PLA und PETG, hervorragend nachzubearbeiten und seit Jahrzehnten Standard im Spritzguss. Gleichzeitig ist ABS im 3D-Druck das Material, an dem die meisten Drucke scheitern. Dieser Beitrag zeigt, für welche Bauteile sich ABS wirklich lohnt, was Sie schon in der CAD-Konstruktion berücksichtigen müssen und wann ASA, PETG oder ein anderes Verfahren die klügere Wahl ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Profil: ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) ist zäh, schlagfest und hält deutlich mehr Wärme aus als PLA. Sein Alleinstellungsmerkmal im FDM-Druck ist die Nachbearbeitbarkeit mit Aceton.
  • Typische Bauteile: Gehäuse, Halterungen, Schnappverbindungen, Vorrichtungen und Prototypen von Spritzgussteilen, jeweils im Innenraum oder geschützt verbaut.
  • Der Haken: ABS schrumpft beim Abkühlen stark. Ohne geschlossenen, warmen Bauraum entstehen Warping, Risse zwischen den Schichten und Maßabweichungen.
  • Nicht für draußen: Unter UV-Strahlung vergilbt und versprödet ABS. Für Außenbauteile ist ASA die richtige Wahl.
  • Grenzen: Bei dauerhaft hohen Temperaturen, chemisch aggressiver Umgebung, zertifizierungspflichtigen Sicherheitsbauteilen oder Stückzahlen jenseits der Kleinserie führt am klassischen Spritzguss oder an einem Hochleistungswerkstoff kein Weg vorbei.

Was ABS im 3D-Druck kann und wofür der Werkstoff gebaut ist

ABS ist ein technischer Thermoplast, der Zähigkeit, Formstabilität und eine spürbare Wärmereserve kombiniert. Im 3D-Druck bringt er genau die Eigenschaften mit, die ihn im Spritzguss seit Jahrzehnten zum Standard für Elektrogehäuse, Fahrzeuginnenteile und Spielzeug gemacht haben. Für Sie heißt das: ABS ist kein Druckmaterial, das für den 3D-Druck erfunden wurde, sondern ein Serienkunststoff, der im FDM-Verfahren verfügbar ist.

Der Name beschreibt den Aufbau: Acrylnitril liefert chemische Beständigkeit und Härte, Butadien die Zähigkeit, Styrol die Verarbeitbarkeit und Steifigkeit. Die eingelagerte Butadien-Phase bremst Risse aus, weshalb ABS Stöße, Biegung und wiederholtes Einrasten verträgt, wo PLA spröde bricht. Genau deshalb funktionieren Schnappverbindungen, Clips und Filmscharniere in ABS gut. Konkrete Kennwerte wie Zugfestigkeit oder Wärmeformbeständigkeit hängen stark von Hersteller, Sorte und Druckparametern ab; verlassen Sie sich hier immer auf das Datenblatt Ihrer konkreten Charge und nicht auf pauschale Werte aus dem Netz.

Drei Eigenschaften sind im technischen Alltag besonders relevant. ABS ist ein guter elektrischer Isolator, was es für Gehäuse und Abdeckungen an Geräten interessant macht. Es ist beständig gegen viele Öle, Fette und übliche Reinigungsmittel, ein Punkt, der im Maschinen- und Gerätebau regelmäßig den Ausschlag gibt. Und es lässt sich mechanisch sauber bearbeiten: bohren, gewindeschneiden, schleifen und lackieren funktionieren zuverlässig.

ABS im Profil: Stärken und Anforderungen Qualitative Einordnung im Vergleich zu gängigen FDM-Filamenten Zähigkeit und Schlagfestigkeit hoch Wärmereserve gut Nachbearbeitbarkeit sehr gut Kleben und Verschweißen sehr gut Feine Detailwiedergabe mittel UV- und Witterungsbeständigkeit gering Verzugsneigung beim Druck hoch Stärke neutral Punkt, der Planung braucht braint3d.com

Abb. 1: Das Eigenschaftsprofil von ABS im FDM-Druck (Quelle: Braint3d)

Für welche Bauteile ABS die richtige Wahl ist

ABS lohnt sich immer dann, wenn ein Bauteil funktional belastet wird, im Innenraum oder geschützt verbaut ist und danach noch nachbearbeitet werden soll. Typisch sind Gehäuse, Halterungen, Konsolen, Klemmen, Vorrichtungen und Prototypen von Teilen, die später im Spritzguss aus demselben Werkstoff entstehen. Die Anwendung entscheidet, nicht das Datenblatt.

Funktionsteile mit Klick, Klemmung und Dauerbelastung

Schnappverbindungen sind die Paradedisziplin von ABS. Ein Clip muss sich elastisch aufbiegen lassen, einrasten und diesen Vorgang mehrfach überstehen, ohne zu brechen. Genau dafür ist die zähe Butadien-Phase gemacht. Dasselbe gilt für Halterungen, die im Betrieb Vibrationen und Stöße abbekommen. In unserer Praxis entstand so zum Beispiel eine Elektromotor-Halterung aus ABS für die Umrüstung eines Rennkarts auf Elektroantrieb, ein Bauteil, das im realen Fahrbetrieb halten musste und nicht nur auf dem Schreibtisch gut aussehen sollte.

Ähnlich sieht es bei Betriebsmitteln aus. Spannhilfen, Anschläge und Prüflehren im Werkzeug- und Vorrichtungsbau werden täglich angefasst, verschraubt und gelegentlich fallen gelassen. Wo solche Teile zusätzlich Wärme abbekommen, etwa in der Nähe einer Presse oder eines Ofens, spielt die Wärmereserve von ABS gegenüber PLA und PETG ihren Vorteil aus. Steht das Betriebsmittel dagegen im Freien oder in einer Halle mit Oberlicht, wechseln wir auf ASA.

Prototypen für spätere Spritzgussteile

Wenn ein Produkt später im Spritzguss aus ABS gefertigt wird, ist ein gedruckter Prototyp aus demselben Werkstoff die ehrlichere Vorstufe. Sie testen Steifigkeit, Rastkräfte und Haptik an einem Material, das sich im Kern so verhält wie das Serienteil. Diese Kontinuität zwischen Muster und Serie ist ein zentrales Argument im Prototyping mit 3D-Druck, und sie spart im Entwicklungsprozess Iterationen. Wichtig bleibt die Einordnung: Ein gedrucktes Teil ist schichtweise aufgebaut und damit richtungsabhängig belastbar, ein spritzgegossenes Teil ist es nicht.

Ersatzteile und Kleinserien

Bei nicht mehr lieferbaren Bauteilen aus Elektrogeräten, Fahrzeugen oder Maschinen ist ABS oft das Originalmaterial. Wer ein solches Teil nachfertigt, kommt der Ausgangsqualität mit ABS näher als mit PLA. Wir setzen es deshalb regelmäßig bei Ersatzteilen aus dem 3D-Drucker ein und in der Kleinserienfertigung von 1 bis 5.000 Stück, wenn das Bauteil danach wirklich benutzt wird.

„ABS ist bei uns kein Standardmaterial für alles, sondern eine bewusste Entscheidung. Wir wählen es, wenn das Teil einrasten, halten oder später acetongeglättet werden soll. Für alles andere gibt es meist ein Filament, das weniger Aufwand macht und dasselbe leistet."

– El-Bahrawy Yousef, Gründer Braint3d

ABS, PETG, PLA oder ASA: die ehrliche Einordnung

Die Materialwahl im FDM-Druck (Fused Deposition Modeling, Filament-Druck) lässt sich auf vier Fragen reduzieren: Steht das Bauteil draußen, wird es warm, wird es mechanisch belastet, und muss es fein aussehen? Aus den Antworten fällt die Entscheidung fast von selbst. ABS gewinnt dabei seltener als sein Ruf vermuten lässt, dafür in klar umrissenen Fällen sehr deutlich.

KriteriumPLAPETGABSASA
Druckbarkeitsehr einfacheinfachanspruchsvollanspruchsvoll
Zähigkeitgering, sprödeguthochhoch
Wärmereservegeringmittelgutgut
UV und Witterungungeeigneteingeschränktungeeigneterste Wahl
Verzugsneigungsehr geringgering bis mittelhochhoch
Glätten mit Acetonneinneinjaja
Typischer EinsatzOptik, Modelle, InnenraumFunktionsteile im Alltagtechnische Teile innen, Clips, Sichtteile nach Glättungalles, was draußen bleibt

Zwei Abgrenzungen sind in der Praxis besonders wichtig. Gegenüber PETG und PLA punktet ABS bei Wärme, Rastverbindungen und Nachbearbeitung; verliert aber überall dort, wo ein Bauteil einfach nur zuverlässig und maßhaltig aus dem Drucker kommen soll. Gegenüber ASA verliert ABS immer dann, wenn Sonne ins Spiel kommt: ASA wurde als witterungsbeständige Alternative entwickelt und bleibt unter UV-Strahlung deutlich länger farb- und formstabil. Ein lackiertes ABS-Teil kann draußen funktionieren, verschiebt das Problem aber nur auf die Beschichtung.

Welches FDM-Material passt zu Ihrem Bauteil? 1. Ist das Bauteil dauerhaft draußen, also Sonne und Wetter ausgesetzt? ja ASA nein 2. Wird es spürbar warm, rastet es ein oder soll es geglättet werden? ja ABS nein 3. Wird das Teil angefasst, belastet oder wird es feucht? ja PETG nein Dreimal nein: PLA reicht, für Optik, Modelle und Teile im Innenraum braint3d.com

Abb. 2: Entscheidungslogik für die Materialwahl im FDM-Druck (Quelle: Braint3d)

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Warum ABS als schwierig gilt: Schrumpf, Warping und Bauraum

Der schlechte Ruf von ABS hat eine einzige physikalische Ursache: Das Material schrumpft beim Abkühlen deutlich stärker als PLA oder PETG. Weil ein FDM-Bauteil Schicht für Schicht entsteht, kühlen untere Lagen bereits ab, während oben noch heißes Material aufgetragen wird. Aus diesem Temperaturunterschied entstehen innere Spannungen, und die suchen sich ihren Weg.

Sichtbar wird das an zwei Stellen. Entweder heben sich die Ecken vom Druckbett ab, das klassische Warping, oder das Bauteil reißt in der Höhe entlang der Schichtgrenzen auf. Beides tritt bei großen, flachen Geometrien mit scharfen Ecken am häufigsten auf. Die Gegenmaßnahme ist kein Trick, sondern eine kontrollierte Umgebung: ein beheiztes Druckbett und ein geschlossener, warmer Bauraum, der Zugluft fernhält und das Bauteil langsam und gleichmäßig abkühlen lässt. Die thermischen Zusammenhänge dahinter haben wir im Beitrag zum Warping im 3D-Druck ausführlich aufgeschlüsselt.

Warping bei ABS: Ursachenkette und Gegenmaßnahmen WAS PASSIERT Material schrumpft beim Abkühlen Temperaturunterschied zwischen den Schichten Innere Spannung bleibt im Bauteil Ecken heben ab, Schichten reißen WAS DAGEGEN HILFT Geschlossener, warmer Bauraum ohne Zugluft Beheiztes Bett, saubere erste Schicht, Brim bei Bedarf Ecken verrunden, große Flächen aufteilen Orientierung wählen, Bauteilkühlung stark reduzieren braint3d.com

Abb. 3: Von der Schrumpfung zum Verzug, und was in der Praxis dagegen hilft (Quelle: Braint3d)

Belüftung und Absaugung sind kein Detail

Beim Verarbeiten von ABS entstehen Ultrafeinpartikel und flüchtige organische Verbindungen, unter anderem Styrol. In einer Werkstatt mit Einhausung, Filterung und geregelter Abluft ist das beherrschbar. Im Wohnzimmer oder im Büro ohne Lüftung ist es das nicht. Dieser Punkt wird in vielen Ratgebern nebenbei erwähnt, gehört aus unserer Sicht aber an den Anfang jeder ABS-Entscheidung.

Sicherheitshinweis: Drucken Sie ABS ausschließlich in gut belüfteten Räumen, idealerweise in einem eingehausten Drucker mit Filterung oder Abluft. Halten Sie sich nicht dauerhaft im selben Raum auf, während größere ABS-Bauteile gedruckt werden. Wenn diese Voraussetzungen bei Ihnen nicht gegeben sind, lassen Sie das Bauteil besser fertigen.

Konstruieren für ABS: was in der CAD-Datei zählt

Ein großer Teil der ABS-Probleme entsteht nicht am Drucker, sondern am Bildschirm. Wer die Schrumpfung, die Bauteilgröße und die Kraftrichtung schon in der Konstruktion berücksichtigt, bekommt maßhaltige Teile statt Ausschuss. Vier Punkte machen dabei den größten Unterschied.

Passungen und Toleranzen: ABS schrumpft stärker als PETG, und die Schrumpfung wächst mit der Bauteilgröße. Bei eng tolerierten Passungen entscheidet dieser Effekt über Funktion oder Ausschuss. Planen Sie Spiel ein und sichern Sie kritische Stellen mit einem kleinen Probedruck ab, statt das ganze Bauteil zu riskieren.

Geometrie: Scharfe Außenecken sind Spannungssammler und die typische Stelle, an der sich ein Teil vom Bett löst. Verrundungen an den Bodenkanten, eine bewusst reduzierte Grundfläche oder das Aufteilen sehr großer, flacher Teile in gefügte Segmente lösen dieses Problem konstruktiv.

Wandstärke und Kraftrichtung: Der Schichtaufbau macht ein FDM-Bauteil richtungsabhängig belastbar. Zugkräfte senkrecht zur Schichtebene sind die größte Schwäche. Legen Sie tragende Querschnitte so aus, dass die Hauptlast in der Schichtebene wirkt, und geben Sie belasteten Bereichen lieber eine zusätzliche Außenbahn als mehr Infill.

Schraubverbindungen: Gewinde direkt in gedrucktes ABS zu schneiden funktioniert, hält aber nur begrenzte Öffnungszyklen aus. Für alles, was mehrfach gelöst wird, sind Gewindeeinsätze aus Metall die belastbarere Lösung; wie sie ausgelegt und gesetzt werden, zeigt unser Beitrag zu Gewindeeinsätzen in 3D-Druckteilen.

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Bei ABS-Bauteilen mit großer Grundfläche lohnt sich ein Probedruck nur der Bodenpartie, etwa die ersten Millimeter Höhe. Er kostet wenige Minuten und zeigt zuverlässig, ob Haftung und Ecken halten, bevor Sie einen mehrstündigen Druck starten.

Nachbearbeitung: was ABS von fast allen Filamenten unterscheidet

Die Nachbearbeitbarkeit ist das stärkste Argument für ABS. Aceton löst die Oberfläche gezielt an, sodass die Schichtlinien verlaufen und ein nahezu spritzgussartiger Glanz entsteht. Dieses chemische Glätten funktioniert bei ABS und ASA, bei PLA und PETG praktisch nicht. Für Sichtteile, Musterteile und Modelle ist das ein handfester Vorteil.

Derselbe Effekt macht ABS zum dankbarsten Material für Reparaturen und Baugruppen. Mit acetonhaltigem Kleber oder einem ABS-Aceton-Gemisch werden zwei Teile nicht nur verklebt, sondern regelrecht verschweißt: Die Fügestelle besteht danach aus demselben Werkstoff. Bauteile, die größer sind als der Bauraum, lassen sich so geteilt drucken und anschließend zu einem Stück fügen. Auch Schleifen, Spachteln und Lackieren funktionieren zuverlässig, weil sich ABS sauber anschleifen lässt und Grundierungen gut haften.

Wie sich die Methoden im Aufwand unterscheiden und wann sich der Weg über die Nachbearbeitung überhaupt lohnt, zeigen unsere Beiträge zum Glätten von 3D-Drucken und zur 3D-Druck-Nachbearbeitung. Die ehrliche Rechnung lautet oft: Für ein einzelnes Sichtteil mit sehr feinen Details ist der SLA-Druck (Stereolithografie, Resin-Druck) der direktere Weg als ein aufwendig geglättetes FDM-Bauteil.

Praxis-Tipp aus der Werkstatt: Acetondampf verrundet Kanten und trägt minimal auf. Glätten Sie deshalb nie Passflächen, Bohrungen oder Rastgeometrien mit. Maskieren Sie diese Bereiche ab oder planen Sie sie so, dass sie nach dem Glätten nachgearbeitet werden können.

ABS drucken lassen statt selbst drucken: wann sich das rechnet

ABS ist das Material, bei dem die Rechnung zwischen Eigendruck und Fertigung durch einen Dienstleister am deutlichsten ausfällt. Der Grund ist nicht der Materialpreis, sondern die Ausschussquote: Auf einem offenen Consumer-Drucker ohne Einhausung entstehen bei größeren Bauteilen regelmäßig Fehldrucke, und jeder Fehldruck kostet Material, Maschinenzeit und Nerven.

Was ein ABS-Bauteil kostet, hängt vor allem von Volumen und Bauteilhöhe, der benötigten Wandstärke, dem Stützstrukturaufwand, der Nachbearbeitung und der Stückzahl ab. Ein kompaktes Funktionsteil verhält sich in dieser Rechnung völlig anders als eine große, flache Abdeckung. Wir nennen deshalb keine Pauschalpreise, sondern schauen uns die Datei an: Beim kostenlosen Dateicheck sehen wir Wandstärken, kritische Ecken und Überhänge und sagen Ihnen konkret, ob das Bauteil in ABS wirtschaftlich ist.

Ab dem Punkt, an dem ein Teil reproduzierbar in gleicher Qualität entstehen muss, verschiebt sich die Rechnung endgültig. Für wiederkehrende Bedarfe und Serien bis 5.000 Stück ist ein kontrollierter Prozess mit dokumentierten Parametern der Unterschied zwischen einem funktionierenden Bauteil und einer Charge, bei der jedes dritte Teil nachgearbeitet werden muss. Welche unserer Leistungen dafür zusammenspielen, von der CAD-Konstruktion über den Druck bis zur Nachbearbeitung, klären wir im Erstgespräch.

„Die meisten ABS-Probleme, die bei uns auf dem Tisch landen, sind keine Materialprobleme. Es sind Bauteile, die für einen offenen Drucker zu groß waren oder scharfe Ecken hatten. Im geschlossenen Bauraum und mit zwei konstruktiven Änderungen läuft dasselbe Teil dann ohne Ausschuss durch."

– Rajaei Hajiagha Arya, Gründer Braint3d

Wo das Verfahren an Grenzen stößt: ABS ist kein Hochleistungswerkstoff. Bei dauerhaft hohen Betriebstemperaturen, aggressiven Chemikalien, ungeschützter Sonneneinstrahlung über Jahre oder zertifizierungspflichtigen Sicherheitsbauteilen ist es die falsche Wahl. Draußen gehört das Bauteil in ASA, bei hoher Dauerlast eher in ein verstärktes Polyamid, und ab Stückzahlen jenseits der Kleinserie bleibt der Spritzguss die wirtschaftlichere Lösung. Wir sagen Ihnen das im Erstgespräch ehrlich, statt ein Material zu verkaufen, das Ihr Bauteil nicht trägt.

ABS-Bauteil fertigen lassen

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Von der Einzelanfertigung bis zur Kleinserie von 1 bis 5.000 Stück: Wir fertigen ABS-Bauteile im kontrollierten Prozess, inklusive Nachbearbeitung. Erstgespräch und Dateicheck sind kostenlos, Fertigung in Wien, Versand in ganz Österreich und nach Deutschland.

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Häufige Fragen zu ABS im 3D-Druck

Ist ABS stabiler als PETG?

Nicht pauschal. ABS ist zäher bei Schlagbelastung und hält mehr Wärme aus, PETG ist im Alltag oft steifer und deutlich einfacher maßhaltig zu drucken. Für Bauteile, die einrasten oder warm werden, ist ABS im Vorteil; für allgemeine Funktionsteile bleibt PETG meist die sicherere Wahl.

Braucht man für ABS zwingend einen geschlossenen Bauraum?

Für kleine Teile geht es notfalls auch ohne, für alles Größere praktisch nicht. Ein beheiztes Druckbett ist Grundvoraussetzung, ein geschlossener, zugluftfreier Bauraum entscheidet über Warping und Schichthaftung. Ohne diese Umgebung entstehen bei flachen oder großen Bauteilen zuverlässig Verzug und Risse.

Ist ABS für den Außenbereich geeignet?

Nein, nicht dauerhaft. Unter UV-Strahlung vergilbt ABS und wird mit der Zeit spröde. Für Bauteile, die im Freien montiert bleiben, ist ASA das passende Material, es wurde genau für diesen Zweck entwickelt. Eine Lackierung kann ABS draußen verlängern, ersetzt den Materialwechsel aber nicht.

Kann man ABS-Teile lackieren, kleben und glätten?

Ja, und darin liegt eine der größten Stärken des Materials. ABS lässt sich schleifen, spachteln und lackieren, mit acetonhaltigen Klebern regelrecht verschweißen und mit Acetondampf zu einer nahezu spritzgussartigen Oberfläche glätten. Beachten Sie dabei, dass Glätten Kanten verrundet und Maße leicht verändert.

Ist gedrucktes ABS lebensmittelecht?

Nein. Unabhängig vom Werkstoff sind die Schichtlinien eines FDM-Drucks feine Nischen, die sich kaum sauber reinigen lassen, und Farbpigmente sind oft ungeprüft. Für Bauteile mit Lebensmittelkontakt ist der FDM-Druck ohne zertifizierte Beschichtung nicht der richtige Weg.

Warum riecht ABS beim Drucken so stark?

Beim Aufschmelzen entstehen flüchtige organische Verbindungen, unter anderem Styrol, sowie Ultrafeinpartikel. Der Geruch ist ein Hinweis darauf, dass die Belüftung nicht ausreicht. Drucken Sie ABS nur in gut belüfteten Räumen oder in einem eingehausten Drucker mit Filterung, nicht in Wohn- oder Büroräumen.

Fazit: ABS ist kein Standardmaterial, sondern eine bewusste Entscheidung

ABS im 3D-Druck ist immer dann die richtige Wahl, wenn ein technisches Bauteil im Innenraum belastet wird, einrasten oder Wärme aushalten muss und danach noch geglättet, geklebt oder lackiert werden soll. Genauso klar ist die Gegenrichtung: Draußen gehört das Bauteil in ASA, für unkomplizierte Funktionsteile reicht PETG, und für reine Optik bleibt PLA die einfachere Wahl. Wer ABS wählt, entscheidet sich bewusst für mehr Aufwand im Prozess und bekommt dafür einen Werkstoff, der sich wie ein Serienkunststoff verhält. Welche Rolle das Material in Kleinserien und in der Bauteilentwicklung spielt, klären wir am konkreten Projekt.

Senden Sie uns Ihre Datei oder Ihre Idee über das Kontaktformular: Erstgespräch und Dateicheck sind kostenlos, und Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung zu Material, Verfahren und Konstruktion. Wir fertigen in Wien und liefern in ganz Österreich und nach Deutschland. Wenn es schnell gehen soll, erreichen Sie uns auch telefonisch unter +43 670 6590066.

Rajaei Hajiagha Arya & El-Bahrawy Yousef

Gründer, Braint3d OG

Rajaei Hajiagha Arya und El-Bahrawy Yousef sind die Gründer der Braint3d OG in Wien. Ihr Team begleitet Industriekunden, Entwickler und Privatkunden von der Idee bis zum fertigen Bauteil: 3D-Scan, CAD-Konstruktion, FDM- und SLA-Druck von 1 bis 5.000 Stück sowie Reparatur und Wartung von 3D-Druckern, unter anderem in Partnerschaft mit der Stadt Wien im Bildungsbereich. Jede Anfrage startet mit einem kostenlosen Erstgespräch inklusive Dateicheck.

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